Filmfördervergabe der Saarland Medien GmbH im Rahmen des Max Ophüls Empfangs am 26.01.2024.

PM 01/2024 Saarland Medien fördert 9 Filmprojekte mit 80.000 Euro

29.01.2024
Vorstellung der prämierten Projekte beim diesjährigen Filmfestival Max Ophüls Preis

Saarbrücken, 26.01.24: Im Zuge des Förderverfahrens vergab die Saarland Medien GmbH insgesamt 80.000 Euro in den Bereichen Produktion und Stoffentwicklung an vielversprechende Filmprojekte. Der Förderausschuss, bestehend aus der Schauspielerin Brigitte Urhausen (SR-Tatort), der Produktionsleiterin Christa Lassen (In Wahrheit) und dem ehemaligen Programmleiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis und Autoren Oliver Baumgarten kam bereits im Oktober 2023 zusammen und empfahl eine Auswahl von 9 Projekten zur Förderung.

Am Freitag des Filmfestival Max Ophüls Preis stellte die Saarland Medien GmbH diese Filmprojekte der bundesweiten Branche vor. Ruth Meyer beglückwünschte die Geförderten und betonte, wie wichtig die Einbindung des saarländischen Filmstandortes in den Kontext der Großregion sei: „Im Lichte der Reihe MOP SaarLorLux zum Beispiel profitieren auch saarländische Filme von der internationalen Aufmerksamkeit, wodurch sie über die Grenzen hinweg eine stärkere Wahrnehmung erfahren. Besonders für junge Filmschaffende und andere neue Akteure des saarländischen Filmmarktes, die jetzt und bisher von der saarländischen Filmförderung profitiert haben, ist die Aufnahme in diese Reihe ein wichtiger Schritt, um die nächste Stufe ihrer Professionalisierung zu nehmen.“

Die Saarland Medien GmbH stellte anlässlich der 45. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis alle Filmprojekte vor, die im Jahr 2023 gefördert wurden. Zur Projektvorstellung fanden sich etwa 100 Gäste ein. Beim anschließenden Empfang gab es für ca. 400 Gäste reichlich Gelegenheit zum Netzwerken, Austauschen und Kennenlernen.

 

Kontakt für Presseanfragen:

Julia Kaiser
Pressesprecherin
E-Mail: presse [at] LMsaar [dot] de
Tel.: 0681 38988-11

 

Geförderte Filmprojekte der Saarland Medien 2023

WALDEINSAMKEIT (17.000 Euro Produktionsförderung)

Produktion: 2 Pilots Filmproduction, Jörg Siepmann | Deutschland 2023 | Spielfilm | Farbe

Paulina ist Mitte Zwanzig, hat ihr Engagement an einem Theater gekündigt und möchte Filmschauspielerin werden. Ihre Mutter, eine alkoholabhängige Komponistin ist vor einigen Tagen in einem Autounfall verunglückt und hinterlässt Paulina eine Messi-Wohnung und jede Menge Schulden. Paulina hat selbst Schulden und ihre Miete seit einer Ewigkeit nicht mehr beglichen. Sie muss die Wohnung räumen und zieht bei Ihrem entgeisterten Vater ein. Ihre frühere Partnerin Sheila lädt sie zu einen Film-Casting ein das komplett schräg läuft. In Ihrem Streben nach einer eigenen Identität begibt sie sich auf eine gefährliche Reise und findet kein einfaches Happy End.

HOPP, HELGA (15.000 Euro Produktionsförderung)

Produktion: Zeit:Raum Gruppe, Katharina Müller | Deutschland 2023 | Animationsfilm | Farbe

Tief in die Künste des Törtchendekorierens versunken bemerkt Helga nicht, dass ihre Enkelin Kathrin mit dem von ihr aufgetragenen Einkauf zurückgekehrt ist. Als sie freudig den Einkaufskorb genauer unter die Lupe nimmt, muss sie zu ihrer Enttäuschung feststellen, dass Kathrin nur falsche Lebensmittel besorgt hat.Voller Frust setzt sie sich auf den Küchenstuhl und schimpft Kathrin aus. Diese Streiterei über den banalen Einkauf, weckt Wut in beiden Charakteren. Helga ist davon überzeugt, dass Kathrins Mutter die Ursache für das Ableben ihres geliebten Sohns, Kathrins Vater, ist. Ihre Enkelin hingegen steht auf der Seite ihrer Mutter und so kommt es, dass Kathrin zornig die Wohnung verlassen möchte. Als sie allerdings bemerkt, dass die alte Frau aufgrund ihres Übergewichts nicht mehr alleine vom Stuhl aufstehen kann, reagiert Kathrin.

WOLFGANG STAUDTE (5.000 Euro Produktionsförderung)

Produktion: Lenchen Film, Klaus Gietinger | Deutschland 2023 | Dokumentar | Farbe |

Wolfgang Staudte ist der zweite große Film Sohn der Stadt Saarbrücken, einer der besten Regisseure, die Deutschland je hatte. Leider droht sein Werk in Vergessenheit zu geraten. 2024 ist sein 40 Todestag. 2018-2020 in der Vor-Corona-Zeit machten wir, Uschi Schmidt-Lenhard, Vorsitzende der Staudte Gesellschaft Saarbrücken und ich auf eigene Kosten sieben Interviews mit Mitarbeitern bzw. einem Schauspieler, der unter Staudtes Regie bzw. über ihn gearbeitet haben.

  1. Jo Braum, sein Maskenbildner
  2. Michael Mackenroth, sein langjähriger Regieassistent
  3. Michael Werlin, sein Regieassistent in den letzten Serien
  4. Günther Meyer, sein Oberbeleuchter
  5. Malte Ludin, sein filmischer Biograf
  6. Heinz Kersten, ein gewichtiger Filmkritiker
  7. Volker Kraeft, der in Staudtes letzten Film „Zwischengleis“ eine tragende Rolle hatte.

KATZENKÖNIG (10.000 Euro Produktionsförderung)

Produktion: Franziska Schwarz | Deutschland 2023 | Drama | Farbe

Felix kehrt gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten zurück in seine kleinstädtische Heimat. Doch dort erwartet ihn eine böse Überraschung. Kiki, die Katze, wurde vergiftet. Alle Familienmitglieder gehen mit der Situation auf unterschiedliche Weise um und Felix wird mit der Emotionalität seiner Mutter, dem stoischen Verhalten seines Vaters und der Rationalität seiner Schwester Paula konfrontiert. Neben seiner siebenbürgisch-sächsischen Familie steht eine saarländische Provinz samt ihren kauzigen Charakteren und skurrilen Situationen im Mittelpunkt. Von der Eintönigkeit der Idylle und seinem Sinn für Gerechtigkeit getrieben, führt ihn sein detektivisches Gespür auf die Suche nach dem Mörder: Eine riskante Odyssee durch die unzugängliche Kleinstadtmonotonie.

ZUHAUSE FREMD (10.000 Euro Produktionsförderung)

Produktion: Katrin Larissa Kasper | Deutschland 2023 | Drama | Farbe

Rudi (eigentlich Gertrud) ist 30 und hat ihr halbes Leben in Berlin verbracht. Aufgewachsen ist sie aber in einem kleinen Dorf im Saarland. Ihr Elternhaus, das „Gasthaus Hirsch“, hat die einzige Kneipe im Ort und wurde von Rudis entfremdeten Vater geführt. Nach dessen Tod reist sie zum ersten Mal seit langer Zeit zurück in die alte Heimat. Da ihre Eltern bereits seit Jahren geschieden sind, ist Rudi nun Alleinerbin des Gasthauses. Ihr Plan: Das Haus zwecks Wohnungsbaus zu verkaufen. Ein paar Tage vor Ort sollten reichen, um die ersten Schritte in die Wege zu leiten. Doch sie macht die Rechnung ohne die Gemeinde. Die Dorfbewohner sind ihr gegenüber misstrauisch. Sicher ist sie ihnen nichts schuldig? Sie muss eine Entscheidung treffen.EIN

EIN VERLORENES WOCHENENDE (7.500 Euro Stoffentwicklungsförderung)

Produktion: Zeit:Raum Studios, Thorsten Hary | Deutschland 2023 | Sportdrama | Farbe

In dem Sportdrama tauchen wir ein in die bewegende Lebensgeschichte von Werner Kohlmeyer, einem der Weltmeister von 1954. Nach dem triumphalen Sieg kehrt er in seine Pfälzer Heimat zurück, jedoch kann er den Ruhm nicht bewahren. Der einst bescheidene Mann wird von Alkohol, Hochmut und falschen Freunden verführt. Seine Familie bröckelt und Kohlmeyer verliert seine Anstellung. Er durchlebt eine schmerzhafte Abwärtsspirale, endet obdachlos. Abseits vom Rampenlicht findet “Kohli” in dem jungen Wirt einer kleinen Wirtschaft in Morlautern einen Freund, der ihm ein Dach über dem Kopf und eine neue Chance bietet. Obwohl er in der Folgezeit wieder arbeitet und stets versucht, sich mit seiner Familie zu versöhnen, überlebt er die sechziger Jahre wegen seiner Sucht nur knapp. “Ein verlorenes Wochenende” ist eine zutiefst emotionale Reise, die die Höhen und Tiefen eines Heldenlebens aufzeigt und die Suche nach Würde und Versöhnung thematisiert.

SAO VENDELINO (8.000 Euro Stoffentwicklungsförderung)

Produktion: David-Simon Groß | Deutschland 2023 | Dokumentar | Farbe

Der Dokumentarfilm SÃO VENDELINO macht sich auf die Suche nach den aus der Zeit gefallenen Überresten deutscher Auswanderungs-, Siedlungs- und Kolonialprojekte. Die Bewohner*innen der kleinen Enklave São Vendelino im Süden Brasiliens sind äußeren Einflüssen erstaunlich resistent geblieben und pflegen auch nach 200 Jahren immer noch penibel ihre saarländische Kultur und Sprache. Zum alljährlichen Kerbfest werden Lederhosen aufgetragen und Brezeln gegessen und das normschönste aller „Dirndlweiber“ wird zur Kirmes-Königin auserkoren. Ist das der „German Dream“?

Oder die Karikatur absurder deutscher Klischees?

REINES (3.000 Euro Stoffentwicklungsförderung)

Produktion: Sabrina Kiefer | Deutschland 2023 | Mystery, Liebesfilm | Farbe

Als die Verlobte Young auf einem Ausflug mit ihrer Freundin Léa in einer mysteriösen Zeitschleife gefangen wird, müssen sie sich ihren romantischen Gefühlen zueinander stellen und sich schließlich entscheiden, zwischen Liebe und Verpflichtung.

FUTURO EUROPA (5.000 Euro Stoffentwicklungsförderung)

Produktion: Bunkhouse Film, Philipp Majer, Lukas Ratius | Deutschland 2023 |      Dokumentar | Farbe

„Futuro Europa“ begleitet 4 junge Menschen aus der Generation Z und ihr Umfeld aus unterschiedlichen Städten und Regionen Europas. Wir werden die Aufmerksamkeit auf Menschen richten, die im Alter zwischen 14 und 25 in Europa fast 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen und deren Stimmen und Bedürfnisse oft vergessen werden. Die Gemeinsamkeit ihrer Geschichten basiert auf der Vernachlässigung ihrer Heimatorte, die von klimatischen Veränderungen, strukturschwacher Verwaltung, hohen Arbeitslosenzahlen und wirtschaftlicher Schwäche geprägt sind.

 

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