Die geförderten Projekte aus dem Jahr 2020

Stoffentwicklung

Oona von Maydell: "Misfits" (1.000 Euro)

Misfits (AT) erzählt die Geschichte der Schwestern Silke (11) und Kerstin (9), die im Heim aufwachsen. Nur an den Wochenenden verbringen sie Zeit mit ihrer dahinvegetierenden Mutter Marion (33). Das Jugendamt entscheidet, dass die Kinder vorerst nicht mehr zu ihr nach Hause dürfen. Aus Sehnsucht aber nach Marion, büchsen die Schwestern aus, um sie in der psychiatrischen Klinik aufzusuchen. Doch dort kommen sie nie an.

Walter Schmuck: "Des Kaisers neue Krone"(3.000 Euro)

Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs: Die Digitalisierung erreicht eine neue Stufe. Die Kommunikation in unserer modernen Welt befindet sich im steten Wandel. Die Kulturen der Menschen scheinen den Bedürfnissen des Marktes angepasst zu werden. Und dann kommt auch noch eine Pandemie. Eine Orientierung ist für viele Menschen unmöglich geworden. So greifen sie auf die ihnen vertrauten Muster zurück: Den Kampf um ihre Freiheit, für die Liebe, gegen das Böse. Doch wer oder was ist der Gegner, wer die Verbündeten? Diese Fragen müssen für Kämpfende schnell geklärt werden, daher werden sie oft nicht ausreichend überlegt: Abstruse Verschwörungstheorien halten Einzug in die Mitte der Gesellschaft. Proteste in vielen Formen kommen auf. Der Widerstand in der Bevölkerung wächst und die Ziele für und gegen was er sich richtet variieren derartig, dass ein Konsens unter den Menschen nicht mehr erkennbar ist. Dieser Film soll eine Analyse unserer gegenwärtigen Welt sein. Der Versuch einer Orientierung für alle, die im Gewirr der Zeiten ihren Weg suchen und sich fragen, was man noch glauben kann, darf und sollte.

Produktionsförderung

Phillip Majer: "18 in Deutschland" (17.000 Euro)

In dem Dokumentarfilm werden fünf junge Menschen aus unterschiedlichsten Regionen und sozialem Umfeld über den Zeitraum eines Jahres begleitet. Die Gemeinsamkeit: ihr Alter. Wir zeigen die ProtagonistInnen in ihren Lebenswirklichkeiten, gehen ganz nah ran und erschaffen so ein intimes Bild vom Erwachsenwerden. Dieser Film ist ein Zeitdokument, gesehen durch die Augen junger Menschen, das uns besser verstehen lässt, wie dieses Land tickt und welche Chancen es den Portraitierten bietet, welche Steine ihnen in den Weg gelegt werden und wo die Zukunft hinführt. Der Film wird rechtzeitig zur Bundestagswahl 2021, an denen unsere ProtagonistInnen zum ersten Mal teilnehmen dürfen, fertiggestellt und in der ARD ausgestrahlt.

Roman Eich: "Blockchains - Revolution oder Rohrkrepierer" (12.000 Euro)

Dass eine Technologie mit 270 Milliarden US-Dollar Kapitalisierung und 60 Milliarden US-Dollar täglichem Handelsvolumen noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, scheint schwer vorstellbar. Zumal der Blockchain-Technologie mitunter zugetraut wird, ganze Währungssysteme und Bürokratieapparate von Staaten zu verändern oder gar obsolet zu machen. Bisher trat die Blockchain eher als hochriskantes Spekulationsobjekt in Erscheinung. Diese Sichtweise greift jedoch entschieden zu kurz, egal, welches Dasein Blockchains in Zukunft fristen werden. Der Film bringt dem Zuschauer die Technologie näher, geht der Frage nach, wie der Stand der technischen Entwicklung ist, welche konkreten Anwendungen abseits der als Kryptowährung es bereits gibt und wie sie unser Leben am vermutlich stärksten verändern wird.

Barbara Wackernagel-Jacobs: " Der Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist" (10.000 Euro)

Richard Bergmann, in seinem 80. Lebensjahr, hat 24 für die Synagogengemeinde Saar gewirkt und ist ein gut vernetzter und politischer Vorsitzender. Er wird im Herbst 2020 sein Amt übergeben, Anlass um sich ihm filmisch als Person und als steter Malmer für jüdisches Leben und gegen antisemitische Tendenzen zu nähern. Seine persönliche Geschichte, in Frankreich geboren, wohin seine Eltern nach der Saarabstimmung 1935 geflohen waren, aber eben auch seine versöhnende Arbeit und sein Einsatz für die Erinnerungskultur ist gesellschaftlich relevant – und das ganz besonders, da das Jahr 2021 zum Erinnerungsjahr zu "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" ernannt wurde.

Philipp Lippert: "Kurzzeitschwester" (15.000 Euro)

Philipp und Vanessa sind Geschwister und doch irgendwie nicht: Sie wachsen als Gleichaltrige eng verbunden in derselben Familie auf und teilen deshalb einige gemeinsame Erinnerungen – bis zu dem Moment, in dem Vanessa aus Philipps Leben verschwindet. Sechs Jahre ist er damals alt. Genaueres weiß der heute erwachsene Philipp nicht. Das Thema wurde zum Tabu in seiner Familie, denn Vanessa, die als Pflegekind zu den Lipperts kam, wurde nach zweieinhalb Jahren wieder abgegeben – entgegen aller guten Vorsätze der Familie, Vanessa bei sich aufwachsen zu lassen. In „Kurzzeitschwester” begibt Philipp Lippert sich als Regisseur des Films und Protagonist 18 Jahre nach Vanessas Verschwinden auf die Spurensuche seiner Familiengeschichte und versucht, die Beweggründe seiner Familie zu verstehen und seine Schwester wiederzufinden.

Oona von Maydell: "Somnambule" (14.000 Euro)

Die Geschichte SOMNAMBULE (AT) erzählt von der halbstarken Rebeka (18) die mit ihrer Familie und ihrer Großmutter Lore (78), die zunehmend an Alzheimer Demenz erkrankt, in einem Haus lebt. Rebeka, die ihrem Freund ins Ausland folgen will, muss verhindern, dass die Familie Lore in ein Heim umsiedelt.
Auf einem letzten gemeinsamen Ausflug wird Rebeka den Wunsch ihrer Oma nach einem selbstbestimmten Leben verstehen lernen und sich so von ihr verabschieden.

John Never: "(T)Oxygen" (8.000 Euro)

Die Erde liegt brach, es gibt keine saubere Luft mehr. Zudem ist der Himmel durch dichten Smog verfinstert. Die Menschen sind gezwungen sauerstoffanreichernde Atemmasken zu tragen. Der lebensnotwendige Sauerstoff wird ihnen jedoch erst nach harter Arbeit in Fabriken, als Lohn, ausgezahlt. Gahl, ein Arbeiter, welcher sich zusätzlich um seinen gehbehinderten Vater kümmert, wird während der Arbeit seines Sauerstoffvorrats beraubt. Er bemerkt den Diebstahl und verfolgt den Dieb durch die engen Fabrikgänge, um ihn schließlich auf einer Plattform, welche über ein Abwasserbecken ragt, zu stellen. Bei der darauf folgenden Rangelei, stürzt der Dieb jedoch, samt Sauerstofftank, in das giftige Abwasserbecken und stirbt. Einzig das Gerät, mit dessen Hilfe der Dieb Gahls Sauerstoff abgepumpt hat, bleibt zurück. Gahls Sauerstoffvorrat neigt sich dem Ende zu. Um sein Überleben und das Leben seines Vaters zu sichern, muss er schnellstmöglich an neuen Sauerstoff gelangen.

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