Nora Fingscheidt gewinnt den Dokumentarfilmpreis 2017

Der mit 7.500 Euro dotierte Dokumentarfilmpreis des Filmfestival Max Ophüls Preis ging im Jahr 2017 an  „Ohne diese Welt“ von Nora Fingscheidt.

Argentinien, 2016: In einem von der Umwelt abgeschnittenen Gebiet leben etwa 700 deutschstämmige Mennoniten, die sich dem Leben des 18. Jahrhundert verschrieben haben. Vor 18 Jahren kamen sie aus Mexiko und hoffen, ein Leben ohne Fortschritt leben zu können und dass ihre Kinder diesen Weg weitergehen werden. Ohne Autos, sondern mit Pferd, ohne Stromanschluss und anderen Kommunikationsmöglichkeiten, den diese verbietet ihre Religion, lebt die Glaubensgemeinschaft von Ackerbau und Viehzucht. Sie sprechen ein altes Plattdeutsch und leben ein frommes Leben für Gott.
Der Dokumentarfilm beobachtet das Leben einer leisen Gesellschaft zwischen Abschottung und Wandel und hinterfragt, ob man sich der Weiterentwicklung der Menschheit wirklich völlig verweigern kann.

Die 1983 geborene Nora Fingscheidt verbrachte ihre Schulzeit in Braunschweig und Argentinien. Seit 2003 engagierte sie sich in der selbst organisierten Filmschule filmArchiv e.V. in Berlin, die sie half aufzubauen. Von 2008 bis 2016 studierte sie szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit „Synkope“ wurde sie für den Deutschen Kurzfilmpreis 2011 nominiert. „Synkope“ (2011) und „Brüderlein“ (2013) wurden beide in der Wettbewerbskategorie „Mittellanger Film“ des Filmfestival Max Ophüls Preis gezeigt. Mit dem Kurzfilm „Die Lizenz“ und dem Dokumentarfilm „Ohne diese Welt“ hatte Nora Fingscheidt in diesem Jahr zwei Filme im Wettbewerb am Start. „Ohne diese Welt“ gewann den Dokumentarfilmpreis und ist auch ihr Abschlussfilm an der Filmakademie.

30. Januar 2017